Tag 9, 28. Juli 2008 - Kulturschock
8 Tage sengende Hitze und die Einsicht, dass Klimaanlagen in Autos durchaus sinnvoll sind und dann das: Ein wolkenverhangenes San Francisco. Wo waren doch gleich noch unsere langen Jeans und die Windjacken? Tief unten im Koffer, aber wir hatten sie noch. Von 35°C auf 15°C in den letzten 500m der Bay Bridge, die vom Osten her auf das Stadtzentrum San Franciscos führt.
Zu dem Temperaturschock kam dann noch ein Kulturschock. Bedingt durch den Platzmangel auf der Halbinsel ist hier alles ziemlich zugepfercht und Autofahren so stressig wie in Italien. Im ganzen Stadtgebiet scheint ein Linksabbiegeverbot zu herschen - nicht nur auf den Hügeln, sondern auch im Flachen. Das hat zur Folge, dass man statt einmal links abzubiegen 3 Mal rechtsherum fährt.
Außerdem sind die Menschen, die hier leben anders. Man merkt, dass sie nicht die typischen Amerikaner sind, die man in den anderen Städten findet. Bei dieser wohl europäischsten aller Städte, die wir hier besucht haben, war das eigentlich nicht anders zu erwarten.
Nachdem wir uns im Hotel zurechtgefunden haben, sind wir noch ein wenig in der Stadt rumgeirrt - vor allem in China-Town und North Beach (aka Little Italy). In letzterem haben wir dann auch im "Pinocchio" diniert.
Tag 10, 29. Juli 2008 - Still alive ;-)
Für alle, die Angst um uns haben: Wir sind an dem Brand vom Yosemite Park vorbei, weil wir keinen Abstecher dorthin gemacht haben. Von dem Erdbeben in L.A. haben wir gestern auch nichts mitbekommen. Auch wenn man es noch hunderte Kilometer weit weg gemerkt haben soll, bis nach San Francisco ist es nicht vorgedrungen. Erst am Freitag machen wir uns wieder auf den Weg nach Süden.
Warum es hier die Waldbrände gibt, wurde uns aber trotzdem auf der Fahrt nach San Francisco bewusst. Grün ist was anderes. Stundenlang sahen wir kein Gras wachsen, sondern nur Stroh und hin und wieder ein paar verbrannte Flächen. Grün waren nur ab und an ein paar Bäume und die Rebstöcke des Kalifornischen Weins.
Heute ging es auf die Touri-Meile, den Embarcadero und Fisherman's Wharf frische Seeluft - und stinkenden Fisch schnuppern. Von dort quälten wir uns den Weg zur Lombard Street herauf. Entlang der Union Street ging es dann weiter nach Westen in Richtung Golden Gate Bridge. Allerdings sahen wir dann ein, dass die Strecke zu Fuß recht lang wird und haben dann einen der kostenlosen Presidio Shuttle-Busse genommen, um zum Südende der Brücke zu gelangen. Das Wetter war richtig sonnig und schön, doch ein Foto vom Sonnenuntergang auf der Brücke konnten wir nicht machen. Dazu kam einfach zu starker Nebel vom Meer auf. Auf dem Rückweg konnte man von der Mitte keinen der beiden Türme im Wolkendickicht ausmachen. Deshalb wurde dann auch das Nebelhorn der Brücke angeschaltet. Es war so laut, dass die Brücke noch ein wenig mehr vibrierte, als sie es sonst schon tat, wenn ein großer Truck vorbeifuhr. Die GGB ist also wahrlich nichts für Menschen mit Höhenangst.
Tag 11, 30. Juli 2008 - Mit dem Muni unterwegs
Heute waren wir ein bisschen shoppen und kauften uns anschließend je eine Tageskarte mit der wir alle öffentlichen Verkehrsmittel außer dem BART benutzen konnten. So ging es los mit dem Cable Car. Obwohl viele Menschen in der Schlange standen, mussten wir gar nicht so lange warten. Es fahren immer sehr viele Wagen auf den drei Strecken. San Francisco verfügt außerdem über ein Straßenbahnnetz. Das besondere sind die Linien E und F, die mit historischen Straßenbahnen aus vielen Teilen der Welt, z.B. England, Italien oder Australien, betrieben wird. Eine tschechiche T4 fährt hier aber nicht.
Insgesamt sind wir so mit einigen Zwischenhalten einmal rund um das Zentrum von San Francisco gefahren. Am Alamo Square haben wir versucht, das typische Postkartenbild nachzustellen. Da es aber gegen Abend wieder wolkig war, ist uns das nicht ganz so gut geglückt ;-).
Tag 12, 31. Juli 2008 - Neue und alte Bekannte
Für heute hatten wir uns viel vorgenommen. Gleich am Morgen sind wir quer durch San Francisco mit dem Auto gefahren. Das war aufregender als Achterbahnfahren. Zum Glück gibt es die Motorbremse. Auf dem 101 fuhren wir dann direkt über die Golden Gate Bridge und machten im Norden Halt auf einem Hügel um mit Blick auf die Brücke. Dort früstückten wir. Es war zar nicht so neblich, wie zwei Tage zuvor, aber um ein richtig schönes goldenes Foto hinzubekommen, war es trotzdem viel zu wolkig. Also machten wir uns auf nach Fairfield und nahmen an einer Führung durch die Jelly Belly Bean Fabrik teil. Zum Mittag gab es dann überteuerte Pizza und Burger, dafür aber in Form einer Jelly Belly Bohne.
Danach ging es noch weiter auf einen Abstecher nach Sacramento, der Hauptstadt von Kalifornien. Dort gingen wir in das "Weiße Haus", den Regierungssitz von Gouverneur Arnold Schwarzenegger. Wir durften sogar das Vorzimmer zu seinem Büro betreten. Leider war er an dem Tag aber nicht da.
Am Abend dann haben wir eine Internetfreundschaft besucht, mit der Stefan schon vor 5 Jahren Kalifornien unsicher gemacht hat. In San José haben wir zusammen mit Andie, ihrem Freund und ihrer Mum in der Cheese Cake Factory gegessen. Cheese Cake ist eigentlich genau das gleiche wie das, was wir unter Käsekuchen verstehen. Aber hier gibt es gleich tausende Variationen. Wir hatten ein Stück Chocolate Cheese Cake mit viel Schlagsahne.
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